Wir laufen für das Ahrtal (Flutkatastrophe vom 14./15.07.2021)

Die Wetterprognosen für den Westen Deutschlands kündigten einen intensiven Niederschlag an. In den Wetter-Apps konnte man einen Wert von ca. 50l/qm nachlesen. In den Nachrichten sprach man sogar von lokal bis zu 200l/qm. Was dann aber im Laufe des Tages passierte, war mehr als nur ein intensiver Regen. Es war der Beginn einer Sintflut, die über 40.000 Menschen das Zu Hause, die Existenz und vielen sogar das Leben kostete. 

Normalerweise ist die Ahr mit ihren Nebenbächen (!) ein kleiner Fluss, der sich gemütlich durch das Tal Richtung Rhein schlängelt. Der Pegel ist zwischen 0,3-1,0m. Links und rechts an den Ufern sind Spazierwege, Gärten, Baumbestand und auch aufgrund der Enge des Tals in den Orten Gebäude gebaut. Vielerorts kann man in Lokalen auf der Veranda direkt am Wasser sitzen. Nahezu jeder steile Hang des Ahrtals ist mit Weinreben bepflanzt. Ein wunderbares Erholungsgebiet, das zu allen Jahreszeiten eine Reise wert ist. So war es bisher. Jetzt ist alles anders...

in den Stunden der Flut waren tausende Häuser teilweise meterhoch unter Wasser. Das Wasser war so schnell gekommen, dass der Bevölkerung keine Zeit mehr blieb, Ihr Hab und Gut zu sichern. Und selbst wenn, im Moment des steigenden Wassers rechnete niemand damit, dass es so schlimm werden könnte.
Immer weiter stieg der Pegel an, bis sogar einige Pegelhäuser keine Höchststände mehr anzeigen konnten, weil die Pegelhäuser schlicht weggerissen wurden. Zum Teil stand das Wasser bis zu 9m hoch und 300m in die Ortschaften rein. Es war nichts mehr da. Nahezu jede Brücke in dem Tal wurde komplett zerstört oder schwer beschädigt.

Die gesamte Infrastruktur war zusammengebrochen und selbst 3 Monate danach ist vieles noch lange nicht wieder aufgebaut, von Reparieren kann man nicht sprechen. Es ist ein kompletter Neuanfang für ein ganzes Tal, eine ganze Region. Der Gesamtschaden geht in den zweitstelligen Milliardenbereich. Aber, es gibt Hoffnung und an jedem zweiten Haus hängen heute immer noch die Bettlaken raus, auf denen die Bürger den vielen vielen Helfern aus ganz Europa "Danke" sagen für ihre Hilfe. Die Emotionen sind überall zu spüren.

Mitten drin sind die Kinder. Kinder, die kein zu Hause mehr haben, die mit ihren Eltern (hoffentlich) irgendwo im Umland in einer Zwischenunterkunft sind, deren Schule nicht mehr existiert, deren Sportverein und Sportgelände verschwunden ist, die mitten in Deutschland nicht verstehen, wie ihnen all das in wenigen Stunden genommen werden konnte. 

Das Team MAGENTA möchte hier und jetzt helfen! 2017/18 sind wir für die Sterntaler Bonn gelaufen. 2019/20 für das Familienhaus an der Uniklinik Bonn. JETZT laufen wir für die Kinder im Ahrtal!


WIE wollen wir helfen?

Drei zentrale Eckpfeiler sollen den Rahmen bilden: Kinder, gemeinnützig und nachhaltig

Kinder brauchen einen Bereich, in dem sie ihre Fähigkeiten geschützt ausprobieren, lernen und sich bewegen können. Bewegung ist gerade auch durch die Pandemie schon fast ein Fremdwort geworden. Home-Office, Home-Schooling, stay home usw. sind die Begriffe, die überspitzt heißen: nicht bewegen, nicht rausgehen. 

Wir, das Team MAGENTA, sind aktiv. Wir wollen uns bewegen und wir wollen zeigen, wir wichtig Bewegung ist. Deshalb haben wir im Ahrtal mit vielen Bürgern, Vereinen und Ortsvorstehern gesprochen und mit diesen gemeinsam ein Projektteam gegründet, das mit Blick auf die drei Eckpfeiler (Kinder, gemeinnützig, nachhaltig) Neues für das Ahrtal gestalten wird. 

Eine Katastrophe wie die Flut kann auch eine Chance zur Veränderung zu einem neuen oder anderen Wiederaufbau sein. Diese Chance möchten wir als Team MAGENTA begleiten und gemeinsam mit den Bürgern des Ahrtals Neues gestalten. Die Kinder sind immer dabei. Die Kinder sind Teil dieses Prozesses und gestalten aktiv mit. 



Wir haben uns mit 3 Gemeinden zusammengefunden:

1.) Kreuzberg

2.) Altenburg

3.) Ahrweiler


 

Anke Hupperich zeigt das Areal, in dem für Kreuzberg Neues entstehen wird.



In Kreuzberg gab es mal direkt an der Ahr einen Sportplatz, ein Vereinsheim und einen natürlichen grünen Uferbereich. Heute ist dort nur eine kahle Fläche (die Vorsitzende des Fluthilfe Vereins Anke Hupperich zeigt im Foto wie es heute aussieht.), auf der nichts von all dem mehr zu sehen ist. Denn die Flut hatte in der Nacht auf den 15.07. alles weggerissen. Selbst von dem Vereinsheim war nichts mehr zu sehen! Hier soll nun mit vereinten Kräften ein neuer Bereich für alle Generationen entstehen. In der Skizze sind die unterschiedlichen Flächen markiert. Das Team MAGENTA wird sich am Aufbau des Spielplatzes beteiligen und dafür sorgen, dass die Kinder in Kreuzberg wieder einen Treffpunkt haben, an dem sie gemeinsam aktiv sein können. 

Das Team MAGENTA wird den Aufbau des Spielplatzes unterstützen.




Das Inventar des Jugendbüros vor der Hülle des Bungalow


In Altenburg hat das pro Büro für Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Altenahr seinen Sitz. Werner Söller und seinem Team ist durch die Flut der Bungalow komplett zerstört worden. Der Jugend fehlt heute die Anlaufstelle und perspektivisch wird es noch Jahre dauern bis es diese wieder für die Jugend gibt. Jahre, die die Jugend nicht hat. Gerade jetzt braucht die Region aber eine Jugend, die sich seiner Heimat verbunden fühlt, die mit anpackt, die Gemeinschaft lebt und die das Gesicht einer neuen starken Generation wird. Das Team MAGENTA wird zusammen mit dem pro Büro neue Strukturen schaffen und diese nachhaltig in und für den Ort entwickeln.



Das Team von pro Büro Altenahr unter der Leitung von Werner Söller (rechts)



Hier sollen Kinder und Jugendliche irgendwann wieder kicken



Auch in Ahrweiler hat die Flut alles mitgenommen, was für die Kinder den Mittelpunkt ihres Lebens darstellt. Spielplätze, Kitas, Sportplätze und sogar das Schwimmbad sind nicht mehr da. Oft sind dies die einzigen Orte, an denen sich Kinder und Jugendliche bewegen und treffen konnten. Hier setzt die Ahrche e.V. an. Unter der Leitung von Lucas Bornschlegel sind schon wenige Wochen nach der Flut erste Projekte gestartet worden, um den Kindern und Jugendlichen wieder ein neues "Zentrum" zu erschaffen. Das Team MAGENTA möchte mit den beiden ehrenamtlichen Mitarbeitern der Ahrche e.V. Nadine Wenigmann und Jürgen Hoffmann genau diesen Weg weitergehen. Dabei liegt der Schwerpunkt des Teams nicht darauf, Altes wieder aufzubauen. Vielmehr möchte die Ahrche e.V. für die Jugend Ziele stecken, wie ein jugendgerechtes Angebot heute und morgen aussehen soll.  

Nadine Wenigmann und Jürgen Hoffmann von der Ahrche e.V.




Das Spendenkonto:

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